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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

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Afghanistan Intervention internationaler Organisationen

Veranstaltung 3 im Sommersemester 2009

18.05.2009
 

Abstract

Der Vortrag diskutiert, warum sich viele Interventionen von internationalen Organisationen
mit dem Ziel des Empowerments von Frauen und der Förderung von Geschlechtergleichheit
in post-2001 Afghanistan als nur begrenzt erfolgreich, wenn nicht erfolglos und kontraproduktiv, erwiesen.

Im Zentrum der Analyse stehen ein rudimentäres Verständnis der lokalen, kontextspezifischen Gesellschaftsstruktur, und hier insbesondere die Vernachlässigung von Männern als Verbündete, der Familie und der Gemeinschaft als identitätsstiftende soziale Grundeinheit und der vorrangigen Bedeutung der Werte "Ehre" und "Stolz" für afghanische Männer und Frauen.

Basierend auf diesen Faktoren werden mögliche und grundlegende Erkenntnisse für erfolgreiche Interventionen in traditionell-patriarchale Transformationsgesellschaften im Sinne eines gender-sensitiven "Do no Harms" zur Diskussion gestellt.

Der Vortrag basiert auf der kritischen Aufarbeitung der aktuellen internationalen akademischen Literatur und Berichten von Regierungsinstitutionen und Nichtregierungsorganisationen, v.a. auch von afghanischen Frauenorganisationen und den Erkenntnissen der Schweizerischen Friedensstiftung swisspeace, die auf Anfrage der UNO im Anschluss an die Petersberger Konferenz 2001 das Afghanistan Civil Society Forum (ACSF) und später das Stammesverbindungsbüro gründete.