Zur ISEM-Startseite
Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Archiv zum Schlagwort
Atomkraftwerk Terrorismus

Veranstaltung 5 im Sommersemester 2008

02.06.2008
 

Skripte etc.

Die vom Autor erläuterte Studie des Ökoinstituts Darmstadt finden Sie hier:

  Analyse des Bedrohungspotenzials „gezielter Flugzeugabsturz" am Beispiel der Anlage Biblis-A (Persistenz wird nicht kontrolliert)

 

Abstract

Durch die neuen Dimensionen des internationalen Terrorismus hat sich in jüngerer Zeit die Einsicht durchgesetzt, dass sich die spezifische Bedrohungslage  auch in der Bundesrepublik Deutschland  verändert hat. Aus diesem Grund müssen auch bislang eher als unwahrscheinlich betrachtete terroristische Szenarien neu diskutiert werden, so speziell auch ein gezielter Absturz eines zivilen Großflugzeugs auf ein Kernkraftwerk.

Kernkraftwerke beinhalten aufgrund des in ihnen enthaltenen großen radioaktiven Inventars ein hohes Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt. Sehr große Mengen Energie bzw. Leistung sind auf kleinem Raum konzentriert. Ohne ausreichende Kühlung droht die Gefahr einer Kernschmelze, die eine massive Freisetzung radioaktiver Stoffe und katastrophale Auswirkungen zur Folge haben kann.

Insbesondere bei den ältesten, nicht explizit gegen Flugzeugabsturz ausgelegten Kernkraftwerken, zu denen bspw. die Anlage Biblis A zählt, ist bei realistisch möglichen Absturzszenarien eine großflächige Zerstörung des Reaktorgebäudes nicht sicher ausgeschlossen. Durch weitere Folgeschäden kann es dazu kommen, dass die verbleibenden Sicherheitssysteme ein solches Ereignis nicht mehr beherrschen.

Auch von der betroffenen Anlage sehr weit entfernt gelegene Gebiete müssten dann möglicherweise evakuiert werden. Die gesundheitlichen Folgen würden vor allem in Spätschäden wie Krebserkrankungen bestehen. Ein solches Ereignis wäre auch mit massiven ökonomischen Schäden verbunden.