gemeinsam mit dem
Zentrum für Konfliktforschung
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12.01.2009
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dejuedlit.pdf
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"Seit Shoah und Holocaust, seit Auschwitz und Treblinka, seit Gaskammern und Krematorien ist nichts mehr 'normal', was mit Juden, von Juden, gegen Juden, durch Juden passiert".
Was die Wiener Dokumentarfilmerin Elisabeth Spira im Zuge des Libanonkrieges 2006 geschrieben hat, das gilt auch für die Literatur, zumal für diejenige, die von Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft nunmehr bereits in der dritten Generation seit dem Holocaust in deutscher Sprache in Deutschland und Österreich geschrieben wird.
Wie kaum eine andere ist diese Literatur grundsätzlich von Konstellationen des Konflikts geprägt, die sich nach den Erfahrungen der Shoa dramatisch und existentiell zugespitzt haben und über die Jahrzehnte hinweg vielfältigen literarischen Ausdruck finden. Prägende Themen sind dabei das immer wieder postulierte Beharren auf der Erinnerung an die Vergangenheit des Dritten Reichs und ihr Weiterwirken in der Gegenwart, das stete Ringen um die literarische Sprache, die zur "Sprache der Mörder" geworden ist, die Reflexion auf die eigene, stets prekäre literarische und politische Identität, die nicht selten ein vitales gesellschaftskritisches Potential impliziert, und das Verhältnis zum Judentum, zu Israel und zum Nahostkonflikt, der gerade in diesen Tagen wieder traurige Aktualität erhalten hat.