gemeinsam mit dem
Zentrum für Konfliktforschung
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02.05.2001
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Viele Konservative und Christdemokraten sind der Meinung, dass Demokratie und Menschenrechte auf eine vom Christentum geprägte Kultur zurückgehen. Die Zuwanderung von Muslimen würde die christlichen Grundlagen unserer Gesellschaft untergraben. Das Bekenntnis zum Islam gilt oft als unvereinbar mit demokratischen Einstellungen, also wird mit Verweis auf die innere Sicherheit die Anpassung an eine vermeintlich deutsche, christliche Leitkultur gefordert.
Andere sehen weniger eine "muslimische Gefahr", sondern hoffen vielmehr, die Gegenwart von Muslimen würde das gelebte Christentum stärken. Die Muslime in der Diaspora seien darauf angewiesen, ihre religiöse Identität zu bewahren. Daher könnten sie den Christen modellhaft vor Augen führen, wie "praktizierter Glaube", "täglicher Gottesbezug" und "Wertsetzung für die Jugend" gelebt werden sollten.
Kann eine kritische Auseinandersetzung mit den hiesigen Muslimen den Christen helfen, die eigenen Werte neu zu entdecken? Ist durch einen interreligiösen Dialog der ethische Diskurs zu stärken? Lassen sich auf Grundlage der Menschenrechte gemeinsame Werte finden und in die Gesellschaft einbringen?