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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Archiv zum Schlagwort
Libanonkrieg

Veranstaltung 13 im Wintersemester 2007-2008

28.01.2008
 

Abstract

Das nach dem letzten Libanonkrieg in der Frankfurter Rundschau veröffentlichte 'Manifest der 25' zu den aktuellen deutsch-israelischen Beziehungen hat eine lebhafte Debatte pro und contra ausgelöst. Die von Reiner Steinweg vorgelegte Dokumentation dieser Debatte umfasst 270 Seiten.

Während sich die deutsche Politik bedeckt hielt, hat ein ehemaliger Vizepräsident der israelischen Knesset Kritik an historischen Details geübt und die Autoren zu einer Konferenz über das Manifest nach Israel eingeladen, die im Februar von der Friedrich Ebert-Stiftung ausgerichtet werden wird. Es geht um Grundfragen der politischen Haltung: Kann, darf, muss das offizielle Deutschland angesichts seiner Geschichte und der daraus erwachsenen besonderen Beziehungen zu Israel zu den militärischen Reaktionen Israels auf die Proteste gegen seine völkerrechtlich illegale Siedlungspolitik und den Raketenbeschuss schweigen? Oder wären behutsame, aber deutliche Kritik und die Diskussion alternativer Vorgehensweisen nicht der bessere Freundschaftsdienst angesichts einer sich immer weiter zuspitzenden Situation, die für das kleine Land irgendwann unhaltbar sein wird?

Für Israel steht, wenn man diese Frage aufwirft, offensichtlich viel auf dem Spiel, sind Deutschland und die USA doch seine stärksten Stützen in der westlichen Welt. Für Deutschland stellt sich die Frage, ob es sich angesichts der Konflikte in der islamischen Welt und der Islamisten mit dem Westen eine als einseitig pro-israelisch wahrgenommene Politik auf Dauer wird leisten können.