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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Archiv zum Schlagwort
Migration Deutschland

Veranstaltung 3 im Sommersemester 2003

19.05.2003
 

Abstract

Die Debatte über das Einwanderungsland Deutschland ist getragen von einigen Lebenslügen der alten Bundesrepublik, die mit der deutschen Einigung im gesamtdeutschen Zusammenhang angekommen sind. War diese Debatte in den 80er bis Mitte/Ende der 90er Jahre im wesentlichen geprägt von Auseinandersetzung zwischen "Rechts" und "Links", sei es im Zusammenhang der Flüchtlings- und Asylpolitik oder in der Frage der "doppelten Staatsangehörigkeit", so steht seit Ende der 90er Jahre der wirtschafts- und bevölkerungspolitische Aspekt zumindest gleichrangig daneben und versprach eine Entideologisierung der Diskussion. Die politische Debatte, ihre parteipolitische Instrumentalisierung, schien angesichts der wirtschafts- und bevölkerungspolitischen Ausweitung zunächst eher geringer zu werden. Gleichwohl scheinen die alten Frontverläufe immer wieder auf.

Die Skizze dieser Debatte wird geführt vor dem Hintergrund starker fremdenfeindlicher bzw. rassistischer Einstellungen und Übergriffe in den neuen Bundesländern. Der Appell für eine humanitäre Flüchtlings- und eine rationale Zuwanderungspolitik, der vorgetragen wird, muss dabei die Verschiedenheit der Migration in den alten und neuen Bundesländern beachten, um seine Anschlussfähigkeit an die politischen Diskurse nicht von Anfang an zu zerstören.