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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Archiv zum Schlagwort
nukleare Katastrophen

Veranstaltung 1 im Sommersemester 2014

05.05.2014

 

Abstract

Wer sich mit den Gesundheitsschäden in Zusammenhang mit der Kernenergienutzung, insbesondere mit den Folgen nuklearer Katastrophen befasst, hat es nicht nur mit komplizierten medizinisch/epidemiologischen Sachverhalten, sondern auch mit starken wirtschaftlichen/politischen Interessen zu tun, die der Aufklärung der Zusammenhänge entgegenstehen. Bis heute werden von den internationalen Organisationen WHO, IAEA und UNSCEAR die Folgen von Tschernobyl verharmlost oder gar ignoriert. Das gilt besonders für die Auswirkungen auf Westeuropa, wo der Bevölkerung stets versichert wurde, dass keinerlei Gesundheitsschäden zu befürchten wären.

Heute gibt es dazu jedoch harte Fakten. Die Folgen der vierfachen Zerstörung der Kernkraftwerke in Fukushima werden heruntergespielt, noch bevor sie klar zu erkennen sind. Die Bevölkerung wird desinformiert, Ärzte werden unter Druck gesetzt, die Sicherung der Anlagen steht in weiter Ferne, täglich werden große Mengen an Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt. Trotz der besonderen Erfahrungen Japans mit der Radioaktivität hat sich die japanische Regierung entschlossen, auch künftig auf Kernenergie zu setzen. Japan und Deutschland hätten das Potential, eine neue Energiepolitik zu verwirklichen, beide sind dabei, diese große Chance zu verspielen.