Interdisziplinäres Seminar zu Ökologie und Zukunftssicherung im Sommersemester 2010
gemeinsam mit dem
Zentrum für Konfliktforschung
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03.05.2010
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Folien (3 MB)
Der Vortrag widmet sich der Frage, ob geteilte Wasserressouren – also z.B. Flüsse, die durch die Territorien zweier oder mehr Länder fließen und von diesen genutzt werden – zwangsläufig zu Konflikten zwischen den Anrainerstaaten führen müssen, wie es oft – gerade angesichts zunehmender klimabedingter Verknappung der Wasserressourcen – behauptet wird.
Dazu wird zunächst historisch betrachtet, inwiefern es Konflikte und Kooperationen zwischen Staaten über grenzüberschreitende Gewässer gab und welche internationalen Regelungsmechanismen für das gemeinsame Management grenzüberschreitender Gewässer entwickelt wurden.
Der zweite Teil widmet sich einem konkreten Fallbeispiel, dem Aralseebecken in Zentralasien, das die fünf ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sowie den Norden Afghanistans umfasst. Die Austrocknung des Aralsees aufgrund übermäßiger Wassernutzung gilt als eine der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen. Gleichzeitig können sich die betroffenen Staaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zur Linderung der Krise und nachhaltiger Wassernutzung einigen. Im Gegenteil, die Spannungen zwischen Ober- und Unterlieger der Zuflüsse wachsen aufgrund des Baus neuer Großstaudämme an den Oberläufen.
Nach einer Darstellung der Konfliktlage und der Kooperationsbemühungen untersucht der letzte Teil des Vortrages die Möglichkeiten und Grenzen für externe Akteure (wie der EU, der UN, oder internationaler Geberorganisationen), vermittelnd zu wirken und Kooperation zu fördern.