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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

Interdisziplinäres Seminar zu Ökologie und Zukunftssicherung im Sommersemester 2014

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Liste der Veranstaltungen

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Veranstaltung 1

05.05.2014

 

Abstract

Wer sich mit den Gesundheitsschäden in Zusammenhang mit der Kernenergienutzung, insbesondere mit den Folgen nuklearer Katastrophen befasst, hat es nicht nur mit komplizierten medizinisch/epidemiologischen Sachverhalten, sondern auch mit starken wirtschaftlichen/politischen Interessen zu tun, die der Aufklärung der Zusammenhänge entgegenstehen. Bis heute werden von den internationalen Organisationen WHO, IAEA und UNSCEAR die Folgen von Tschernobyl verharmlost oder gar ignoriert. Das gilt besonders für die Auswirkungen auf Westeuropa, wo der Bevölkerung stets versichert wurde, dass keinerlei Gesundheitsschäden zu befürchten wären.

Heute gibt es dazu jedoch harte Fakten. Die Folgen der vierfachen Zerstörung der Kernkraftwerke in Fukushima werden heruntergespielt, noch bevor sie klar zu erkennen sind. Die Bevölkerung wird desinformiert, Ärzte werden unter Druck gesetzt, die Sicherung der Anlagen steht in weiter Ferne, täglich werden große Mengen an Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt. Trotz der besonderen Erfahrungen Japans mit der Radioaktivität hat sich die japanische Regierung entschlossen, auch künftig auf Kernenergie zu setzen. Japan und Deutschland hätten das Potential, eine neue Energiepolitik zu verwirklichen, beide sind dabei, diese große Chance zu verspielen.

 
Veranstaltung 2

19.05.2014

 

Skripte etc.

Die Folien des Vortrags und Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:
europaeischedemokratie.pdf
Folien (850 kB)
europaeischedemokratie-10.mp3
Vorstellung der Referenten durch Priv. Doz. Dr. Johannes M. Becker (3:57 min, 1,6 MB)
Aus technischen Gründen leider wie auch die folgenden Dateien akustisch beeinträchtigt.
europaeischedemokratie-21.mp3
Vortrag Teil 1 (27:04 min, 10,8 MB)
europaeischedemokratie-22.mp3
Vortrag Teil 2 (16:59 min, 6,8 MB)
europaeischedemokratie-30.mp3
Diskussion (31:46 min, 12,7 MB)

 

Abstract

Die Vereinigung Europas ist notwendig, um den Frieden zu sichern und den Wohlstand auch im 21. Jahrhundert mit einer Weltbevölkerung von mehr als neun Milliarden Menschen zu ermöglichen. Deutschland allein ist dafür zu klein. Die Europäische Demokratie mit mehr als 500 Millionen Bürger_innen funktioniert nur, wenn die Bürger_innen mitmachen. Und zwar alle, nicht nur die Gebildeten, die Reichen und die Alten. Deshalb ist eine Wahlpflicht notwendig. Denn ohne Wahlbeteiligung gibt es keine Demokratie.

Demokratie setzt gemeinsame Diskussionen voraus. Deshalb sind gemeinsame Europäische Medien unerlässlich, insbesondere ein europäisches Fernsehen. Wir brauchen eine Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Europas – eine AREU mit Vollprogramm für die ganze Europäische Union.

Jede Diskussion setzt voraus, dass die Bürger_innen sich verstehen können. Deshalb ist eine gemeinsame Europäische Sprache erforderlich. Jeder Europäer muss neben seiner Heimatsprache Englisch so gut beherrschen, dass er Europäische Zeitungen lesen, Europäisches Fernsehen verstehen und mit allen anderen diskutieren kann.

 
Veranstaltung 3

02.06.2014

 

Skripte etc.

Die Folien der Vorträge sowie Mitschnitte der Vorträge und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

einsicht.pdf
Folien (816 kB)
einsicht-10.mp3
Vorstellung der Referenten durch Priv. Doz. Dr. Johannes M. Becker (3:43 min, 1,5 MB)
Aus technischen Gründen leider wie auch die folgenden Dateien akustisch beeinträchtigt.
einsicht-21.mp3
Vortrag Maaser (17:51 min, 7,2 MB)
einsicht-22.mp3
Vortrag Wagner (29:54 min, 11,9 MB)
einsicht-30.mp3
Diskussion (29:00 min, 11,6 MB)

 

Abstract

In der Theorie lassen sich strukturelle Voraussetzungen für effektive und nachhaltige Gewaltprävention vergleichsweise eindeutig definieren. Anti-Gewaltarbeit wirkt demnach dort am besten, wo sie auf lokaler Ebene zentral koordiniert wird – das haben internationale Forschungsergebnisse bestätigt.

Diese programmatische Leitlinie möchte die Universitätsstadt Marburg auch für die Gestaltung der Präventionspraxis vor Ort nutzbar machen. Mit diesem Auftrag ist im Mai 2013 "EinSicht – Marburg gegen Gewalt" als Kooperationsprojekt mit der AG Sozialpsychologie der Philipps-Universität ins Leben gerufen worden. In Marburg wurden und werden bereits 80 bis 90  Präventionsprogramme gegen Gewalt angeboten. Kooperation und Koordination der verschiedenen Programme bzw. der durchführenden Organisationen erfolgen jedoch nur punktuell.

"EinSicht – Marburg gegen Gewalt" richtet sich daher in erster Linie auf eine Verknüpfung und Ergänzung dieser Angebote an inhaltlichen, räumlichen und institutionellen Schnittstellen. Ungeachtet der erwiesenen Vorzüge solcher koordinierenden Präventionsansätze bedeutet deren praktische Umsetzung in politisch-organisationale Strukturen jedoch auch in Marburg eine große Herausforderung.

Anhand der empirischen Eindrücke des ersten Projektjahres möchten wir zeigen, wie ein Gewaltpräventionsprojekt als Wissenschaft-Politik-Praxis-Kooperation auf kommunaler Ebene aussehen kann, welche Gelingensfaktoren, aber auch Hindernisse dabei eine Rolle spielen. Ein Schlaglicht soll bei diesem Einblick auf unterschiedlichen Vorstellungen von Gewalt liegen, die wesentlich für die favorisierte Ausrichtung von Handlungsstrategien sind und so die Präventionsarbeit im Feld maßgeblich prägen.

 
Veranstaltung 4

16.06.2014

 

Skripte etc.

Die Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

neuesruanda-10.mp3
Vorstellung der Referentin durch Priv. Doz. Dr. Johannes M. Becker (2:33 min, 1 MB)
neuesruanda-21.mp3
Vortrag Teil 1 (24:59 min, 10 MB)
neuesruanda-22.mp3
Vortrag Teil 2 (27:08 min, 10,8 MB)
neuesruanda-30.mp3
Diskussion (39:30 min, 15,8 MB)

 

Abstract

Die Rede vom "Neuen Ruanda" ist allgegenwärtig. Kaum ein Bericht über die Gedenkfeiern anlässlich des 20. Jahrestags des Völkermords von 1994, der nicht diesen Begriff verwendete, um damit die Entwicklungen des Landes in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu beschreiben.
Dabei ist neu, so die verbreitete Lesart, nicht nur einfach neu, sondern vor allem besser als früher.

Dieser Vortrag diskutiert anhand der öffentlichen Formen des Erinnerns, welche Vergangenheit imaginiert und welche Zukunft des "Neuen Ruanda" geformt wird.
Oder anders ausgedrückt:

  • Wie wird die Zukunft erinnert?
  • Welche vergangenen Wirklichkeiten und sozialen Praktiken werden erinnert?
  • Und welche "Erfahrungsräume" (R. Koselleck) werden vergessen?
  • Was ist eigentlich neu am "Neuen Ruanda"?

Das sind einige der Fragen, mit denen sich der Vortrag auseinandersetzen wird.

 
Veranstaltung 5

30.06.2014

 

Skripte etc.

Die Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

stadtimklimawandel-10.mp3
Vorstellung des Referenten durch Priv. Doz. Dr. Johannes M. Becker (5:46 min, 2,3 MB)

stadtimklimawandel-21.mp3
Vortrag Teil 1 (28:11 min, 11,2 MB)

stadtimklimawandel-22.mp3
Vortrag Teil 2 (26:20 min, 10,5 MB)

stadtimklimawandel-30.mp3
Diskussion (28:39 min, 11,4 MB)

 

Abstract

Trotz der Verabschiedung der UN Konvention zum Schutz des Klimas vor über zwei Jahrzehnten tut sich die Weltgemeinschaft immer noch schwer, auf globaler Ebene vom Wissen zum Handeln zu kommen. Eine umso wichtigere Rolle spielen deshalb in einem lokalen Maßstab die Städte. Zum einen müssen in ihnen umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zu einer nachhaltigen Energienutzung ergriffen werden. Zum anderen sind aber auch Anpassungsmaßnahmen an die schon nicht mehr zu vermeidenden Folgen des Klimawandels notwendig.

Der Vortrag geht zuerst auf den neuesten Sachstandsbericht des Weltklimarates ein. Er behandelt dann die gesundheitlichen Folgen von extremen Wetterereignissen und insbesondere Hitzewellen. Schließlich werden Lösungsvorschläge zur klimagerechten Gestaltung unserer Städte entwickelt.

 
Veranstaltung 6

14.07.2014

 

Abstract

Ich will Ihnen mit meinem Vortrag einen Einblick in Identitätskonstruktionen von jungen Musliminnen geben, die sich ganz bewusst an einer wertkonservativen Auslegung des Islam orientieren und dabei einen klaren Orientierungsrahmen hinsichtlich einer islamisch legitimen Geschlechterordnung einfordern.
Zugleich sehen sie sich allerdings als emanzipierte Frauen, die die Freiheit einfordern, sich für eine Begrenzung von Freiheiten zu entscheiden. Als solche fühlen sie sich von verschiedenen Seiten missverstanden: die einen sprechen ihnen ab, selbstbestimmt zu sein, die anderen halten ihre Forderungen für Frauenrechte für zu weitreichend und kritisieren diese als Konzessionen an einen westlichen Lebensstil.

Ziel meines Vortrages ist es, das religiöse und geschlechtsspezifische Selbstverständnis dieser jungen, sehr gläubigen Musliminnen, die im Verein der Muslimischen Jugend Deutschland, kurz MJD, aktiv sind, zwischen dem Anspruch auf Integration in die sozialen Strukturen der deutschen Gesellschaft, einer selbstbewussten Teilhabe an moderner Jugendkultur und dem Bedürfnis nach einer klaren islamischen Lebensweise nachzuzeichnen und in den Kontext gesellschaftlicher sowie innerislamischer Diskurse einzuordnen.

Folgende Fragen werden im Mittelpunkt meiner Ausführungen stehen:

  • Wie kann das religiöse und geschlechtsspezifische Selbstverständnis der jungen Musliminnen beschrieben werden?
  • An welchen Vorbildern und Traditionslinien orientiert es sich?
  • Wie lassen sich diese Geschlechterordnungen beschreiben, und welche Grenzen, Brüche sowie Konflikte sind damit verbunden?

Zunächst möchte ich ihnen in groben Zügen einen Einblick in die MJD und den Pop-Islam geben, um schließlich die empirischen Daten, die für die Fragestellung relevant sind, vorzustellen und einer Analyse zuzuführen. Zum Abschluss werde ich die Frage nach gesellschaftlichen Konfliktlagen wie Konfliktlösungen, die mit der Identitätskonstruktion dieser jungen Musliminnen verbunden sind, aufgreifen und zugleich über die Rolle der Religionswissenschaft reflektieren.