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Eine Lehrveranstaltung an der Philipps-Universität Marburg vom WS 1982/83 bis SoSe 2017
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

Interdisziplinäres Seminar zu Ökologie und Zukunftssicherung im Wintersemester 2010-2011

gemeinsam mit dem Fenster ins WWW Zentrum für Konfliktforschung

Liste der Veranstaltungen

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Veranstaltung 1

25.10.2010

 

Skripte etc.

Die Folien des Vortrags von PD Dr. Johannes M. Becker finden Sie hier:

afganistan10a.pdf
(267 kB)

Die Folien des Vortrags von Prof. Dr. Herbert Wulf finden Sie hier:

afganistan10b.pdf
(199 kB)

 

Abstract

Fast täglich informieren die Medien über die fortwährende Katastrophe am Hindukusch, wobei die Toten der eigenen Seite sorgfältig gezählt werden. Die beiden Politikwissenschaftler Herbert Wulf und Johannes M. Becker werden bei ihrem Vortrag ihr neues Buch zum Krieg in Afghanistan vorstellen, die allgemeine Lage zu skizzieren versuchen und insbesondere Möglichkeiten und Grenzen der Staatenbildung analysieren.

 
Veranstaltung 2

01.11.2010

 

Abstract

Der Vortrag beschreibt am Beispiel des Sezessionskonflikts zwischen Georgien und Abchasien einen für ethnopolitische Konflikte typischen Eskalationsmechanismus: Eine Kollusion komplementärer Opferidentitäten. Der Mechanismus wirkt wie eine Falle und trägt damit zur Lösungsresistenz des Konflikts bei.

Es werden anschließend verschiedene Ansätze der Friedensarbeit vorgestellt und diskutiert, mit denen versucht wird, einer solchen soziopsychologischen Tiefendimension von Großgruppenkonflikten gerecht zu werden.

 
Veranstaltung 3

08.11.2010

 

Skripte etc.

Das Skript des Vortrags finden Sie hier:

es.pdf
(224 kB)

 

Abstract

Viele hegen Zweifel, ob man die Entwicklung der Welt dem Markt, Technokraten und Kapitalisten überlassen kann. Diese Zweifel teilt auch Thierry Jeantet, der Generaldirektor der Vereinigung der europäischen Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit EURESA, dessen Buch "Economie Sociale – une alternative au Capitalisme" vom Referenten ins Deutsche übersetzt wurde und diesem Referat zu Grunde liegt.

Nach einer kurzen Einführung (warum kommt die Economie Sociale aus Frankreich, warum lehnen die Deutschen diesen Ansatz ab), werden zunächst die verschiedenen Erscheinungsformen des real existierenden Kapitalismus vorgestellt, vom fürsorglichen Familienkapitalismus bis zum zerstörerischen "Raubtierkapitalismus" und es werden Versuche beschrieben, das Image kapitalistischer Unternehmen durch freiwillige Übernahme von sozialer Verantwortung (corporate social responsibility) zu verbessern.

Den Hauptteil des Referats bildet eine Übersicht über die Besonderheiten der Economie Sociale als eine werteorientierte Form des Wirtschaftens ohne Fixierung auf Finanzfragen und die Erzielung von Rendite für das investierte Kapital, die prägenden Kernbegriffe und das wirtschaftliche Gewicht der weltweit verbreiteten Organisationen der Economie Sociale (Genossenschaften, Wirtschaftsvereine und Versicherungen auf Gegenseitigkeit). Auch die Probleme bei der Umsetzung dieses Konzepts eines "anderen Wirtschaftens" (entreprendre autrement) werden angesprochen, z.B. die mangelnde Sichtbarkeit dieser Bewegung, die sich aus vielen gleich gesinnten, aber getrennt operierenden Einheiten zusammensetzt und dabei ist, ihr eigenes betriebswirtschaftliches Instrumentarium zu entwickeln.

Den Heilmitteln der Vertreter des Kapitalismus für wirtschaftliche Schwierigkeiten (Privatisierung öffentlicher Unternehmen und Dienste und unbeschränktes Wachstum) werden die Entwicklungsstrategien der Economie Sociale gegenübergestellt: Nachhaltige Entwicklung, humane Globalisierung, gerechte Verteilung von Reichtum, z.B. durch Fair Trade. In einem Fazit werden die Argumente für eine weitere Verbreitung der Economie Sociale noch einmal zusammengefasst, mit neuen Ansätzen, natürliche, humane und wirtschaftliche Ressourcen zu mobilisieren, um die Weichen für eine gerechtere Wirtschaftsordnung zu stellen.

 
Veranstaltung 4

15.11.2010

 

Skripte etc.

Die Folien des Vortrags sind hier bereitgestellt:

regional.pdf
Folien (603 MB)

 

Abstract

Seit Mitte der 1990er Jahre konstatieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen zunehmenden Trend zur Regionalisierung. Ein Indikator dafür ist die weltweite Zunahme der Zahl von Regionalorganisationen. Die EU und die USA fördern aktiv diese Organisationen, weil sie sie als Bausteine für globales Regieren betrachten. Theorien der internationalen Beziehungen erwarten, dass diese Regionalorganisationen relativ große Varianzen bei ihrem institutionellen Design aufweisen oder den Problemen, die sie bearbeiten.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass viele Regionalorganisationen voneinander Institutionen und Politiken kopieren, auch wenn sie dafür keinen Bedarf haben. Der Vortrag erklärt, warum das so ist und geht auf die politischen Implikationen ein. Vor allem müssen die Funktionserwartungen an Regionalorganisationen erheblich gedämpft werden.

 
Veranstaltung 5

22.11.2010

 

Skripte etc.

Die Folien und der Mitschnitt des Vortrags sind hier bereitgestellt:

schilda21.pdf
Folien (928 kB)

schilda21-10.mp3
Vorstellung des Referenten durch Priv. Doz. Dr. J. M. Becker (3:04 min, 1,1 MB)

schilda21-21.mp3
Vortrag zu den Folien 1-10: Einführung in die Problemstellung (21:13 min, 7,3 MB)

schilda21-22.mp3
Vortrag zu den Folien 11-18: Stuttgart21 bis Integraler Taktfahrplan (22:54 min, 7,9 MB)

schilda21-23.mp3
Vortrag zu den Folien 19-28: Stuttgart21 ab Integraler Taktfahrplan (20:03 min, 6,9 MB)

schilda21-30.mp3
Vortrag zu den Folien ab 29: Weitere Großprojekte der Bahn (4:56 min, 1,7 MB)

 

Abstract

Befeuert durch den landesweiten Protest gegen das Großprojekt Stuttgart 21
sind die laufenden Großprojekte der deutschen Bahn ins Zentrum des öffentlichen Interesses
gerückt. Der geplante Tiefbahnhof Stuttgart 21 wird kein zukunftsweisendes
Verkehrs- und Bahnprojekt sein, sondern vorrangig ein Immobilienprojekt,
bei dem das Bahnsystem im Raum Stuttgart verschlankt und in ein unterirdisches Korsett
von acht (statt bisher 16) Gleisen gezwängt wird –
mit risikoreichen Engpässen im Zu- und Ablauf vieler Haupt- und Nebenstrecken,
10-15 Jahren Bauzeit im Stuttgarter Stadtzentrum und fatalen Folgen für den Bahnverkehr,
die weit über den Raum Stuttgart hinaus reichen.
Dafür sind z. Z. 7.0 Mrd. € Baukosten geplant,
realistische Schätzungen belaufen sich auf 10-12 Milliarden.

Im aktuellen Streit um Stuttgart 21 werden andere laufende (und umstrittene) Projekte
wie z.B. die Strecke von Bamberg nach Erfurt fast vergessen,
weitere Projekte stehen an oder sind noch in der Diskussion.
Möglichen Fahrzeitgewinnen stehen Risiken aus extrem hohen Kosten und aus Eingriffen
in Stadtstrukturen und Ökosysteme gegenüber.
Nahezu alle Planungen leiden unter dem Mangel eines fehlenden Fernverkehrskonzepts
für ganz Deutschland – wie es z.B. in der Schweiz existiert und seit ca.
30  Jahren konsequent beim Bahnausbau befolgt wird.

Die Schlichtungsgespräche in Stuttgart haben die Debatte um Stuttgart 21
von der lokalen, bahntechnischen auf eine bundesweite politische Ebene verlagert.
Als teilnehmender Sachverständiger wird der Referent auch über seine Eindrücke und
Einschätzungen aus dem Stuttgarter Rathaus berichten.

 
Veranstaltung 6

22.11.2010

 

Skripte etc.

Die Folien sowie ein Mitschnitt des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

rechtsextremismus.pdf
Folien (562 kB)

rechtsextremismus-10.mp3
Einführung ins Thema und Vorstellung der Referentin durch Johannes Melzer (3:09 min, 1,1 MB)

rechtsextremismus-21.mp3
Vortrag Teil 1 (24:45 min, 8,5 MB)

rechtsextremismus-22.mp3
Vortrag Teil 2 (33:25 min, 11,4 MB)

rechtsextremismus-30.mp3
Diskussion (26:50 min, 9,2 MB)

 

Abstract

Das Thema "rechtsextremistische Gewalt" ist seit den sechziger Jahren mit konjunkturellen Schwankungen Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung. War diese in der Vergangenheit vornehmlich organisationsbezogen gewesen, widmen sich Untersuchungen seit Ende der achtziger Jahre und den beginnenden neunziger Jahren dem Zusammenhang von rechtsextremistischen und gewaltaffinen Einstellungen in der Gesamtbevölkerung oder unter Jugendlichen. Einstellungsuntersuchungen dominieren generell in der Rechtsextremismusforschung.
Demgegenüber liegen Studien zu Jugendlichen in rechten und gewaltenbereiten Jugendkulturen nur vereinzelt vor. Auch zu Täterprofilen und Täterstrukturen rechtsextremistischer Straftaten wurden bislang nur zwei umfangreichere Untersuchungen veröffentlicht.

Auch wenn Rechtsextremismus kein "Jugendphänomen" ist, so geht rechtsextremistische Gewalt wiederum vorrangig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. Während bei Jungen und jungen Männern die Gewaltdynamiken in einem Zusammenhang mit milieu- und jungentypischen Sozialisationsbedingungen und -normen gesehen werden, ist dieser bei Mädchen und jungen Frauen gänzlich ungeklärt. Bislang existieren nur begründete Hinweise dafür, dass sich ihre Rolle und ihre Positionierung in Jugendszenen und damit auch in der rechten Szene ausdifferenzieren und die Gewaltbereitschaft zunimmt. Empirisch abgestützt sind diese Hinweise nicht. Sie lassen sich weder aus den Befunden der Rechtsextremismus- und Gewaltforschung noch aus amtlichen Statistiken hinreichend ableiten. Es handelt sich um Entwicklungsprozesse, die im Dunkeln liegen.

Im Vortrag wird zunächst kurz in die noch relativ junge Debatte um eine geschlechtsspezifische oder -sensible Perspektive in der Rechtsextremismusforschung eingeführt. Hierdurch wird deutlich, warum beim Thema "rechtsextremistische Gewalt bei Mädchen und jungen Frauen" kaum Erkenntnisse vorliegen. Daran anschließend werden die Entwicklungsprozesse und Dynamiken in den Affinitäten zu Rechtsextremismus und Gewalt unter Jugendlichen näher untersucht und danach gefragt, ob sich zumindest Konturen geschlechtstypischer Ausprägungen insbesondere bei Gewaltpräferenzen und Gewalttaten nach dem aktuellen Stand der Forschung identifizieren lassen. Abschließend wird versucht, den Forschungsbedarf zu konkretisieren.

 
Veranstaltung 7

06.12.2010

 

Skripte etc.

Ein Mittschnitt des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

bomben-10.mp3
Vorstellung des Referenten durch Prof. Dr. Hans Ackermann (4:30 min, 1,5 MB)

bomben-21.mp3
Vortrag Teil 1 (24:20 min, 9,7 MB)

bomben-22.mp3
Vortrag Teil 2 (28:52 min, 9,9 MB)

bomben-30.mp3
Diskussion (24:10 min, 8,3 MB)

 

Abstract

Seit ihren Anfängen waren die Informationswissenschaft und -technik durch Militär und Krieg beeinflusst. Aktuelle Ziele von Forschung und Entwicklung sind weitere Erhöhung der Zielgenauigkeit, global vernetzte und Cyber-Kriegführung. Besondere Aktivitäten gelten besatzungslosen Flug- und Fahrzeugen. Nanotechnik soll grundlegende Veränderungen in vielen Bereichen bringen.

Eine Reihe dieser Entwicklungen bringt Gefahren mit sich – für Abrüstungsverträge und Kriegsvölkerrecht, für die Stabilität zwischen potentiellen Gegnern oder für die Zivilgesellschaft. Solche Gefahren könnten durch präventive Rüstungskontrolle eingedämmt werden. Informationswissenschaft und -technik können aber auch für Abrüstung und Frieden eingesetzt werden, etwa durch kritische Begleitung militärischer Forschung und Entwicklung oder durch Untersuchung, wie vorbeugende Begrenzungen gestaltet werden können und wie ihre Einhaltung überprüft werden könnte.

Verantwortung für den Frieden in Informationswissenschaft und -technik braucht Diskussion in der Fachgemeinschaft und sollte in die Lehre eingehen.

 
Veranstaltung 8

13.12.2010

 

Skripte etc.

Ein Mitschnitt des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

nachrichtendienste-10.mp3
Vorstellung des Referenten durch Priv. Doz. Dr. J. M. Becker (6:14 min, 2,1 MB)

nachrichtendienste-21.mp3
Vortrag Teil 1 (32:22 min, 11,1 MB)

nachrichtendienste-22.mp3
Vortrag Teil 2 (20:19 min, 7 MB)

nachrichtendienste-30.mp3
Diskussion (27:53 min, 9,6 MB)

 

Abstract

Geheime Nachrichtendienste nehmen eine Vielzahl militärischer und paramilitärischer Aufgaben war. Sie betreiben die Aufklärung des militärischen Gegners und die Zielplanung für den so genannten Ernstfall. Sie verfälschen bis heute politische und rüstungstechnische Tatsachen, um Kriegsgründe zu gerieren. Und sie arbeiten besonders verdeckt an der wehrpsychologischen Stärkung der Kriegsbereitschaft.

Mit welchen Mitteln und Tarnorganisationen dies als gemeinsames Geheimunternehmen der Organisation Gehlen und der US-Nachrichtendienste in Westdeutschland bereits ab 1948 vorangetrieben wurde, ist noch weitgehend unerforscht. Erich Schmidt-Eenboom wird aus seinen laufenden Forschungsarbeiten einige Facetten des Vorlaufs zur Wiederbewaffnung vorstellen.

Auf der anderen Seite nahmen und nehmen Nachrichtendienste Pazifisten, auf Völkerverständigung anstelle von Blockkonfrontation zielende Vereinigungen und vermeintliche Sympathisanten von "Feindstaaten" aufs Korn. Der Vortrag des Leiters des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V. wird sich auch dieser Seite der Medaille widmen und im zweiten Teil die jüngst in den USA frei gegebene Akte des Counter Intelligence Corps über den Marburger Hochschullehrer Wolfgang Abendroth auswerten, der als Gegner der Wiederbewaffnung und Sozialist ins Visier des CIC geriet. Diese Akte lüftet auch das Geheimnis, welcher Kollege aus der Marburger Professorenschaft jahrelang als geheimer Informant des CIC tätig war.

 
Veranstaltung 9

17.01.2011

 

Skripte etc.

Aus urheberrechtlichen Gründen entfallen Ausschnitte aus den Filmen:
Paradise Now (2004) von Hany Abu-Assad
Weekend in Tel Aviv (2008) von Dror Zahavi; dt. Titel: Alles für meinen Vater

Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

kriegderbilder-21.mp3
Vortrag Teil 1 (32:23 min,11,1 MB)

kriegderbilder-22.mp3
Vortrag Teil 2 (12 min, 4,1 MB)

kriegderbilder-30.mp3
Diskussion (Moderation Priv. Doz. Dr. J. M. Becker) (16:14 min, 5,5 MB)

 

Abstract

Seit den 1990er Jahren und besonders seit dem Beginn der "Zweiten Intifada" im Jahr 2000 sind Selbstmordattentate von Palästinenserinnen und Palästinensern ein integraler Bestandteil des israelisch-palästinensischen Konflikts. Mit international viel beachteten und diskutierten Filmen wie "Paradise Now" (2005) des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad oder "Weekend in Tel Aviv" des Israeli Dror Zahavi (2008) hat die Figur des palästinensischen Selbstmordattentäters den Weg nicht nur vom Dokumentar- in den Spielfilm, sondern auch ins Zentrum des filmischen Erzählens gefunden.

In einer sensiblen Gratwanderung zwischen Annäherung und Distanzierung, zwischen psychologischer Erklärung und politischer Analyse entwerfen diese Filme aus unterschiedlichen Perspektive differenzierte Bilder des Individuums, das hinter dem Attentat steht, nähern sich in spezifischer Weise den komplexen politischen, religiösen und psychologischen Beweggründen seines Handelns und beleuchten filmisch wirkungsvoll wie zugleich überraschend und provozierend die politischen Rahmenbedingungen des Israel-Palästina-Konflikts.

 
Veranstaltung 10

24.01.2011
Die Niederelbe – ein romantischer Fluss oder ein geschundener Strom?

 

Skripte etc.

Die Folien und Mitschnitte des Vortrags sowie der Diskussion sind ist hier bereitgestellt:

elbe.pdf
Folien (402 kB)

elbe-21.mp3
Vortrag Teil 1 (28:23 min, 10 MB)

elbe-22.mp3
Vortrag Teil 2 (16:47 min, 5,8 MB)

elbe-30.mp3
Diskussion (Moderation Prof. Dr. Hans Ackermann) (19:43 min, 6,8 MB)

 

Abstract

Seit der Mensch sesshaft wurde, hat er sich seine Umwelt untertan
gemacht. Dies lässt sich beispielhaft an der Entwicklung der Unterelbe
in den letzten 1000 Jahren zeigen.

Zunächst hat der Mensch den Raum mehr und mehr besiedelt und Deiche
und Häfen gebaut. Die Siedlung Hammaburg hat sich – obwohl weit im
Binnenland gelegen – zum größten deutschen Hafen entwickelt, alle
Konkurrenten überflügelt und die Niederelbe dominiert.

Erst im 19. Jahrhundert begannen Vertiefungen des Elbfahrwassers und
ein kräftiger Hafenausbau. Und im 20. Jahrhundert beschleunigte sich
dies mit rasch aufeinanderfolgenden Vertiefungen, verknüpft mit z.T.
massiven Umgestaltungen von Strom und Ufer und starkem Wachstum des
Hafengeländes. Folgen für die schon beeinträchtigte Wasserqualität, die
Fischerei und die Natur im allgemeinen wurden lange gering geschätzt,
Folgen der Strombaumaßnahmen wurden mit noch mehr Strombau beantwortet.
Nunmehr soll ein "optimiertes Management" Probleme beseitigen bzw.
vermeiden, – ob der Strom dann weniger geschunden wird, erscheint
fraglich.

 
Veranstaltung 11

31.01.2011

 

Skripte etc.

Die Folien des Vortrags sowie die Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

wfskrise.pdf
Folien (1,6 MB)

wfskrise-21.mp3
Vortrag Teil 1 (19:59 min, 6.7 MB)

wfskrise-22.mp3
Vortrag Teil 2 (29:32 min, 10,1 MB)

wfskrise-30.mp3
Diskussion (Moderation Priv. Doz. Dr. J. M. Becker) (32:55 min, 11,3 MB)

 

Abstract

Wissenschaftliche Diagnosen einer Krise des Wohlfahrtsstaates sind
"in". Im Gegensatz zur geläufigen Diagnose eines Abbaus des
Wohlfahrtsstaates im Neoliberalismus wird in der Vorlesung die These
vertreten, dass wir gegenwärtig in Deutschland einen gleichzeitigen
Um- und Abbau des Wohlfahrtsstaates im Zeichen eines neuen
"Humankapitalismus" beobachten können: Während
Sozialversicherungsleistungen gekürzt werden, werden Familienpolitik
und wohlfahrtsstaatliche Dienstleistungen ausgebaut. Der
Wohlfahrtsstaat wird also erhalten bleiben – wenn auch in gewandelter
Form.

In der Folge entstehen neue Ambivalenzen und Widersprüche.
Insbesondere die Ausstattung mit (am Arbeitsmarkt gefragtem)
Humankapital wird zur neuen Demarkationslinie sozialer Ungleichheit,
wodurch sich traditionelle klassen- und geschlechterpolitische
Spaltungslinien verschieben.

 
Veranstaltung 13

14.02.2011

 

Skripte etc.

Die Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt:

nahostkonflikt-10.mp3
Vorstellung des Referenten durch Priv. Doz. Dr. J. M. Becker (3:28 min, 1,2 MB)

nahostkonflikt-21.mp3
Vortrag Teil 1 (27:00 min, 9,5 MB)

nahostkonflikt-22.mp3
Vortrag Teil 2 (27:21 min, 9,6 MB)

nahostkonflikt-30.mp3
Diskussion (Moderation Priv. Doz. Dr. J. M. Becker) (34:12 min, 12 MB)

 

Abstract

Ein großer Teil der Schwierigkeit, dem Israel-Palästina Konflikt ein Ende zu bringen, besteht in seiner Multidimensionalität; diese Komplexität schließt auch die Beziehungen der Weltgemeinschaft zu den Kontrahenten – und umgekehrt – ein.

Im Zusammenhang mit den drei im Titel des Vortrags genannten Elementen wird zuerst auf die israelische Siedlungspolitik hingewiesen, die die Verwobenheit von politisch – militärisch – geographisch – demographischen Überlegungen, wirtschaftlichen Interessen und Lösungen für Probleme von beträchtlichen gesellschaftlichen Sektoren ganz deutlich zeigt.

Weiter sollen Entwicklungen behandelt werden, die die immer tiefer und breiter werdenden religiösen, ideologischen und ökonomischen Klüfte innerhalb der jüdisch-israelischen Gesellschaft widerspiegeln; darauf folgend wird erklärt, wie diese Tendenzen die Politik des Staates beeinflussen.

Schließlich wird die Frage gestellt – und mit dem Publikum diskutiert -, welche Bedeutung die im Vortrag beschriebene Situation für Friedensperspektiven mit den palästinensischen und anderen arabischen Nachbarn, sowie auch mit der Weltgemeinschaft hat.