Interdisziplinäres Seminar zu Ökologie und Zukunftssicherung im Wintersemester 2009-2010
gemeinsam mit dem
Zentrum für Konfliktforschung
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30.11.2009
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In der breiten Öffentlichkeit und von den meisten Politikerinnen und Politikern wird die derzeitige Wirtschaftskrise einseitig auf eine "Finanzkrise" reduziert. Gleichzeitig gehen die meisten davon aus, dass die Krise bald überwunden wird – strittig ist allenfalls, ob dies bereits 2010 oder erst 2011 geschieht.
Sieht man sich die Ursachen der Wachstumsschwäche an und blickt man auf die langfristige Entwicklung, gibt sich ein ganz anderes Bild. Die derzeitige Krise ist etwas stärker als andere Krisen in den letzten dreißig Jahren, reiht sich aber nahtlos in die krisenhafte Entwicklung ein. Falsche Verteilung (von unten nach oben statt umgekehrt), falsche Politik (die fatale Exportorientierung), falscher Umgang mit der Arbeitszeit (Verlängerung und Verkürzung), falsche Investitionsstrategien (Vernachlässigung öffentlicher Investitionen) und eine Reihe anderer Faktoren bescheren uns seit dreißig Jahren reihenweise krisenhafte Entwicklungen, die insgesamt den Charakter einer Systemkrise zeigen. Wer das nicht erkennt, kann nicht zu den richtigen (politischen) Weichenstellungen kommen.