Interdisziplinäres Seminar zu Ökologie und Zukunftssicherung im Wintersemester 2015-2016
gemeinsam mit dem
Zentrum für Konfliktforschung
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16.11.2015
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Migrations- bzw. Flüchtlingsforschung kommt nicht ohne räumliche Kategorien wie Nationen, Grenzen, Staaten, Lager, Transitzonen, Abschiebezentren, Ränder, Peripherien usw. aus. So wird zum Beispiel im Kontext der aktuellen Diskussion zu Verteilungsquoten, sicheren Herkunftsstaaten etc. deutlich, dass reale und symbolischen Raumkonstruktionen und Grenzziehungen maßgeblich bestimmen, welche Personen einem sozialen System zugehörig sind oder nicht und welche Handlungsmöglichkeiten sich dadurch für sie ergeben oder verschließen.
Die (wissenschaftliche) Thematisierung dieser Räume ist nun jedoch nicht lediglich "neutrales" Sprechen über einen gegebenen Gegenstand. Vielmehr trägt auch die wissenschaftliche Praxis zur Prägung und/oder Veränderung dieser Kategorien bei. Umso wichtiger ist es, gerade im Kontext einer kritischen Migrations- bzw. Flüchtlingsforschung, diese Räume eben nicht als gegeben vorauszusetzen, sondern "Raum" als soziale bzw. sozialwissenschaftliche Kategorie kritisch zu reflektieren.
Der Vortrag will deshalb dazu einladen, über gesellschaftliche, politische, sowie eigene Raumannahmen im Kontext von Zwangsmigration, Flucht und Asyl nachzudenken. Hierzu soll zum einen in das Forschungsfeld der kritischen Migrationsforschung eingeführt werden, um einige der darin diskutierten Raumkonzepte vorstellen zu können. Anschließend soll das Besprochene exemplarisch am Beispiel der Flüchtlingslager in Deutschland verdeutlicht werden.